126 Jahre Olympische Spiele der Neuzeit: Die kuriosesten und umstrittensten Disziplinen im Portrait (2023)

1896 wurden die ersten Olympischen Spiele seit der Antike abgehalten. Seit damals wurden neben den klassischen auch immer wieder Disziplinen integriert, die entweder aus heutiger Sicht seltsam anmuten oder zum jeweiligen Zeitpunkt scharf diskutiert wurden. Die wichtigsten davon stellen wir im folgenden Beitrag vor – und erklären dabei auch, warum sie olympisch wurden und wie es um ihre (damalige) Bedeutung bestellt ist.

eSports

Die olympische Geschichte der Disziplin

Beginnen wir mit dem noch jüngsten Sport dieser Liste, dem eSports. Dabei handelt es sich um den sportlichen Wettkampf in unterschiedlichen Videospielen. Die meisten dieser Spiele finden im Mehrspielermodus statt. Das bedeutet, dass mindestens zwei Teams mit mehreren Spieler:innen gegeneinander antreten.

Die Regeln für ein Spiel bestimmt das Videospiel, also die Software selbst. Hinzu kommen externe Wettkampfbestimmungen, also etwa das Regelwerk des Veranstalters des eSports-Events.

Inzwischen ist eSports zu einer großen Sache geworden. So gibt es rund um den Sport diverse Ligen, zahlreiche Sub-Disziplinen und es finden sogar eigene Konferenzen statt.

Das geschieht an unterschiedlichen Standorten weltweit und damit in auch in unterschiedlichen Ausprägungen. Das gilt für das Gaming im eSports genauso wie für das iGaming, das eng damit verzahnt ist. Bei den Konferenzen geht es immer auch darum, Geschäfte zu entwickeln und sich über neue Trends der Branche auszutauschen.

Da der Sport immer größer wurde, entstand bereits vor einigen Jahren eine Debatte darüber, ob eSports nicht vielleicht eine vollwertige Einführung als olympische Disziplin verdient hätte. Noch 2018 bekam der Sport eine Absage von Thomas Bach, des Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Doch man glaubte schon damals an die künftige Aufnahme als Olympische Disziplin.

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Gründe und Diskussionen rund um die Einführung

Im damaligen Bericht des IOC stand, dass die Olympische Bewegung das Wachstum der eSports-Industrie nicht ignorieren wolle. Zudem waren sich die Vertreter einig darüber, dass eSports "physische Aktivitäten beinhaltet, die sich mit denen im traditionellen Sport vergleichen lassen".

Allerdings blieben Unsicherheiten bestehen, da man vor allem Probleme mit Spielen hatte, die sich nach Angaben des Komitees nicht mit den olympischen Werten vereinen ließen. Auch die schnelle Entwicklung sowie der schnelle Wandel der eSports- und Gaming-Industrie galt als eher inkompatibel mit den Olympischen Spielen.

Aktueller olympischer Status

Seit 2018 hat sich noch einmal etwas getan. Schon damals wurde eSports in Asien olympisch. Doch im Jahr 2021 startete die Olympic Virtual Series (OSV) auch im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele.

Damit hat das IOC sich nun doch allmählich an die Welt des eSports herangetraut. Da die Spieler:innen psychische sowie physische Höchstleistungen erbringen müssen, konnte sich der Sport schlussendlich zu einer olympisch anerkannten Sportart mausern.

Skateboarding und BMX

Die olympische Geschichte der Disziplinen

Lange Zeit wurden Disziplinen wie Skateboarding und BMX bei Olympia nicht anerkannt, weil man sie als einen Lifestyle ansah. Mit dem klassischen Sportverständnis, das Leistung und Wettbewerb miteinschließt, so die Kritiker:innen, haben die Disziplinen aber wenig zu tun.

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Gründe und Diskussionen rund um die Einführung

Das Internationale Olympische Komitee IOC hat ab einem bestimmten Punkt allerdings diverse nachvollziehbare Überlegungen rund um Skateboarding und BMX angebracht. Die Sportarten sind weltweit verbreitete (Jugend-)Subkulturen. Genau das ist ein gutes Argument, sie als olympische Disziplinen aufzunehmen.

Die Funktionäre trugen die Sorge vor, dass die Begeisterung für den Sport im Leben junger Menschen immer weniger Platz einnehmen könnte. Digitale Alternativen wie Social Media und hier insbesondere Trendplattformen wie TikTok seien große Konkurrenz zu physischer Betätigung. Außerdem gingen für das IOC wertvolle Chancen für Werbeeinnahmen verloren, wenn die Zielgruppe der jungen Menschen wegfiele.

Aktueller olympischer Status

Seit dem Jahr 2021 zählen Skateboarding und BMX zu den offiziellen olympischen Disziplinen. Oder genauer: Skateboarding ist ganz neu dabei, BMX hat eine neue Disziplin bekommen, nämlich "Freestyle". Daneben waren auch Surfen, Sportklettern und Karate als neue Disziplinen erstmals in Tokio 2021 vertreten.

Beim Skateboarding treten Männer und Frauen getrennt voneinander in je zwei Disziplinen an: Street und Park. Während in der Disziplin "Street"Parkours absolviert werden, die an urbanes Gelände angelehnt sind, geht es bei "Park"in einer Bowl (swimmingpoolartiger Parkour) steiler, schneller und scharfkurviger zu.

Beim neu dazugekommenen "BMX-Freestyle"werden nun erstmals olympisch auch Tricks bewertet, statt nur Rennen mit kleineren und agilen Rädern. Die Deutsche Lara Lessmann belegte in Tokio 2021 in der Disziplin übrigens den sechsten Platz.

Pferdeweitsprung und Pferdehochsprung

Die olympische Geschichte der Disziplin

Pferdesport bei Olympia ist beliebt. Für viele gehören die unterschiedlichen Disziplinen zu Highlights der Sommerspiele.

Vor mehr als hundert Jahren, im Jahr 1900, herrschte bei den Olympischen Spielen aber noch deutlich mehr Aufregung rund um den Reitsport. Denn zuvor war dieser bei Olympia nicht vertreten, obgleich man bereits 1896 darüber nachdachte, den Reitsport ins olympische Programm aufzunehmen. Im Jahre 1900 schließlich erklärte man mehrere Disziplinen zu den ersten Reitsportwettbewerben der Olympischen Spiele der Neuzeit.

Unter den Spielen, die in den kommenden Jahren stattfinden sollten, befanden sich auch Pferdeweitsprung und Pferdehochsprung. Heute ähnlich kurios klingen Hindernisschwimmen und Tauziehen, die in diesem Jahr ebenfalls olympisch wurden.

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Gründe und Diskussionen rund um die Einführung

Im Jahr 1900 fanden neben Springreiten auch Wettkämpfe im Pferdeweit- und Hochsprung statt. Das Pferdeweitspringen gewann der Belgier Constant van Langhendonck mit seinem Pferd "Extra-Dry". Ihm gelang ein Sprung über 6,10 Meter.

Im Pferdehochsprung wiederum waren 1,85 Meter für Gold nötig. Der Italiener Giovanni Giorgio Trissino konnte auf seinem Pferd "Oreste"brillieren. Ebenfalls 1,85 Meter schaffte aber auch der Franzose Dominique Gardères auf "Canéla". Trissino wurde aber nicht nur Erster – mit seinem Pferd "Melopo"holte er sich zudem noch den vierten Platz.

Nach den Spielen entbrannte eine Diskussion darum, den Reitsport fest ins Olympische Programm aufzunehmen. Angangs wurden nur militärische Offiziere zugelassen, später auch Zivilisten. Ab 1952 konnte somit jeder im Reitsport antreten, der die nötigen Fähigkeiten mitbrachte und sich qualifizierte.

Aktueller olympischer Status

Die Disziplinen Springreiten, Dressur und Vielseitigkeitsreiten sind bei den Olympischen Spielen mit Wettbewerben vertreten. Pferdeweit- und Pferdehochsprung allerdings sind schon lange keine olympischen Disziplinen mehr. Genauer gesagt, waren sie es nur einmal, nämlich im erwähnten Jahr 1900. Nach den Spielen wurden die beiden Disziplinen wieder abgeschafft. Sehr wahrscheinlich werden sie sich den Status auch nicht mehr zurückerobern können.

Solo-Synchronschwimmen

Die olympische Geschichte der Disziplin

Von 1984 bis 1992 war das Solo-Synchronschwimmen olympische Disziplin und wurde somit dreimal ausgetragen. 1984 holte sich die US-Amerikanerin Tracie Ruiz Gold, 1988 die Kanadierin Carolyn Waldo und 1992 teilten sich die US-Amerikanerin Kristen Babb-Sprague und die Kanadierin Sylvie Fréchette den Sieg. Grund dafür war ein Fehler bei der Punktevergabe.

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Gründe und Diskussionen rund um die Einführung

Beim Synchronschwimmen wird die Technik der Athletinnen mit Musik synchronisiert. Wenn allerdings eine einzelne Person die Performance vorführt, ist es deutlich schwieriger zu sehen, wie gut die Leistung ist. Gerade Leute, die keine Experten sind, können beim Zuschauen kaum beurteilen, was eine gute und was eine schlechte Darbietung ist. Das beeinträchtigt den Spaßfaktor.

Man wollte das Solo-Synchronschwimmen in den besagten Jahren dennoch einmal ausprobieren. Die angesprochenen Probleme waren allerdings der Grund dafür, dass es bei diesen drei Jahren blieb.

Außerhalb der Olympischen Spiele gibt es jedoch noch sowohl technische als auch freie Solo-Wettkämpfe. Bei technischen Solo-Events geht es um das Befolgen einer definierten Routine. Bei Free-Solo-Events vollführen die Athletinnen und Athleten elegante Schwanensprünge, Rückwärtsdrehungen und eine Vielzahl anderer Figuren der Wassergymnastik.

Aktueller olympischer Status

Im Jahr 2017 wurde das "Synchronschwimmen"für Olympia in "Künstlerisches Schwimmen"umbenannt. Das sollte bewirken, dass sich die Disziplin mit der Beschreibung des Turnens besser in Einklang bringen lässt.

Kurz stand dann paradoxerweise im Raum, dass bei Olympia 2020 gar keine Wettbewerbe im Synchronschwimmen stattfinden werden. Allerdings wurden schließlich doch die heute üblichen Wettkämpfe im Duett und in der Gruppe ausgetragen. Das Solo-Synchronschwimmen jedoch ist seit 1992 nicht mehr im Programm.

Tandem-Radrennen

Die olympische Geschichte der Disziplin

Der Tandem-Radsport war ein Mannschaftswettbewerb für Männer mit zwei Fahrern, der 1906 Teil der Olympischen Zwischenspiele und 1908 Teil der Olympischen Spiele war. Von 1920 bis 1972 war er dann noch einmal viele Jahre im Programm der Olympischen Spiele. Das Format war dabei ein Sprint über 2.000 Meter.

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Gründe und Diskussionen rund um die Einführung

Bereits 1896, bei den ersten Olympischen Spielen in Athen, wurde ein Radrennen ausgetragen. Allerdings gab es zu diesem Zeitpunkt noch keine Niederradtandems. Ihren großen Boom erlebten die Räder für zwei Personen erst in den 1930er Jahren. Dennoch wurde schon Anfang des 20. Jahrhunderts darüber nachgedacht, das Tandemfahren olympisch zu machen.

Bei dem Debüt der Tandem-Olympiaspiele nahmen dann immerhin 34 Fahrer aus sieben Nationen teil. André Auffray und Maurice Schilles aus Frankreich gewannen die Goldmedaille, während Fahrer aus Großbritannien sowohl Silber als auch Bronze gewannen.

Obwohl die Zahl der teilnehmenden Nationen bei den ersten Spielen gering war, stieg sie bei den späteren Olympischen Spielen langsam an. Bei den letzten beiden Spielen 1968 und 1972 nahmen 28 Fahrer aus 14 Nationen teil.

Aktueller olympischer Status

Ab 1972 wurde der Tandemradsport als olympische Disziplin gestrichen. Seither ist die Disziplin fast schon in Vergessenheit geraten. Das lässt sich damit erklären, dass die Bahnen immer kürzer werden. Auf einem Tandem lässt es sich darauf wegen des hohen Kurvendrucks schlecht fahren.

Allerdings ist der Sport nicht völlig verschwunden, sondern wird heute noch im Rahmen der Paralympics ausgetragen. Dabei sitzt eine blinde oder sehbehinderte Person auf dem hinteren Sitz. Auf dem Vordersitz sitzt eine sehende Person, die allerdings kein*e Profiradfahrer:in ist.

Biathlon

Die olympische Geschichte der Disziplin

Biathlon wurde erstmals bei den Olympischen Winterspielen 1960 in Squaw Valley, Kalifornien, mit dem 20-Kilometer-Einzelwettbewerb der Männer ausgetragen.

Bei den Olympischen Winterspielen 1968 in Grenoble fand erstmals die 4 x 7,5-Kilometer-Staffel der Männer statt. Darauf folgte die 10-Kilometer-Sprintstaffel bei den Olympischen Winterspielen 1980 in Lake Placid, New York.

1992 debütierte das Biathlon der Frauen in Albertville mit dem 15-Kilometer-Einzelrennen, der 3 x 7,5- Kilometer-Staffel und dem Sprint über 7,5 Kilometer.

Bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City wurde ein Verfolgungsrennen aufgenommen: 12,5 Kilometer für Männer und 10 Kilometer für Frauen.

2006 in Turin wurde schließlich ein Massenstart eingeführt über 15 Kilometer bei den Männern und 12,5 Kilometer bei den Frauen. Bei diesem durften die 30 besten Biathlet:innen der vier vorangegangenen Disziplinen gemeinsam an den Start gehen.

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Gründe und Diskussionen rund um die Einführung

Bereits vor der Premiere des Biathlons bei den Olympischen Winterspielen 1960 gab es einen Militärpatrouillenlauf, der bei vier Olympischen Winterspielen ausgetragen wurde: 1924, 1928, 1936 und 1948.

1924 wurden für die Militärpatrouille Medaillen vergeben. Bei den anderen drei Winterspielen jedoch handelte es sich um eine Demonstrationsveranstaltung. Bald danach entschied man, dass auch nichtmilitärische Athlet:innen an den Wettkämpfen teilnehmen sollen dürfen, was 1960 umgesetzt wurde.

Aktueller olympischer Status

Biathlon ist noch heute fester Bestandteil von Olympia. Es besteht aus Schießen und Langlauf. Heute wird dafür mit Kleinkalibergewehren (Kaliber 5,6 mm) abwechselnd liegend oder stehend fünfmal geschossen. Die Ziele sind kleine, 50 Meter entfernte Scheiben. Optische Visierhilfen sind dabei nicht erlaubt.

Curling

Die olympische Geschichte der Disziplin

Bereits im 19. Jahrhundert wurden in Europa und Nordamerika internationale Curling-Wettbewerbe ausgetragen. Bei den ersten Olympischen Winterspielen 1924 in Chamonix, Frankreich, wurde Curling gleich zur Disziplin erklärt.

Erst ab dann gab es offizielle internationale Wettbewerbe für Männer-Teams. Großbritannien besiegte Schweden und Frankreich, was 2006 vom Internationalen Olympischen Komitee rückwirkend als olympisches Debüt des Curlings anerkannt und mit Medaillen belohnt wurde.

1932 wurde Curling in Lake Placid (USA) erneut in die Liste der Olympischen Winterspiele aufgenommen, dieses Mal allerdings als Demonstrationssportart.

Weitere 25 Jahre vergingen, bis 1957 in Edinburgh ein Treffen stattfand, um die Gründung einer internationalen Organisation zu erwägen, die für die Bewerbung um olympische Medaillen erforderlich war.

Erst bei den Olympischen Winterspielen 1988 (Calgary) und 1992 (Albertville) war Curling für Damen- und Herrenmannschaften zum zweiten und dritten Mal eine Demonstrationssportart.

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Gründe und Diskussionen rund um die Einführung

Am 21. Juli 1992 gewährte das Internationale Olympische Komitee (IOC) auf seiner Tagung in Barcelona (Spanien) dem Curling für Frauen und Männer den offiziellen Medaillenstatus.

Auf der Sitzung des Exekutivkomitees des IOC vom 22. bis 23. Juni 1993 in Lausanne hat das Organisationskomitee der Olympischen Winterspiele von Nagano (Japan) offiziell beschlossen, Curling in das Programm der 18. Olympischen Winterspiele von 1998 aufzunehmen.

Aufgrund der Geschichte des Sports entschied man, dass es hierfür nun Zeit war. In Nagano nahmen dann acht Damen- und Herrenmannschaften teil, die ab den Winterspielen in Salt Lake City 2002 auf zehn erhöht wurden.

Aktueller olympischer Status

Seit 1998 gehört Curling für Männer und Frauen nun offiziell zu den Olympischen Winterspielen. Für die Austragung im Jahr 2018 wurde neben Männer- und Frauen-Curling ein dritter Curling-Wettbewerb in das Programm aufgenommen: das „Mixed Double“, bei dem je ein Mann und eine Frau ein Team bilden.

Beachvolleyball

Die olympische Geschichte der Disziplin

Beachvolleyball wurde erst 1996 als offizielle olympische Sportart eingeführt. Vorher war es eine Demonstrationssportart bei den Olympischen Sommerspielen im Jahr 1992 in Barcelona, bei denen Sinjin Smith und Randy Stoklos das Turnier der Männer und Karolyn Kirby und Nancy Reno das der Frauen gewannen.

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Gründe und Diskussionen rund um die Einführung

Die Anerkennung von Beach-Volleyball als olympische Disziplin erfolgte auf einer IOC-Sitzung in Monaco. Sie öffnete der Sportart die Tür zur Teilnahme an den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta. Das Komitee war sich schon damals einig, dass es eine gute Idee wäre, die Sportart alsbald aufzunehmen.

Denn die professionellen Athlet:innen, das gesunde und farbenfrohe Ambiente des Sports, spannende Wettkämpfe und Unterhaltung sowie die Gleichbehandlung von Männern und Frauen im Beachvolleyball sprachen für sich.

Aktueller olympischer Status

Beachvolleyball ist heute eine olympische Disziplin, bei der pro Turnier 24 Teams teilnehmen. Die Teams qualifizieren sich anhand ihrer Leistungen bei FIVB-Veranstaltungen (Fédération Internationale de Volleyball) im Laufe von etwa 18 Monaten vor den Spielen.

Der Gewinn der Olympischen Spiele gilt als die höchste Auszeichnung im internationalen Beachvolleyball. Danach kommen die Weltmeisterschaften und die World Tour des Internationalen Volleyballverbands (FIVB) für Männer und Frauen.

Golf

Die olympische Geschichte der Disziplin

Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Golf eine von 19 Sportarten bei den Olympischen Spielen in Paris. Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen wurden Wettbewerbe ausgetragen. Charles Sands als Vertreter der USA gewann die Goldmedaille vor zwei britischen Spielern. Im kürzeren Wettbewerb der Frauen, bei dem zum ersten Mal überhaupt Frauen an den Olympischen Spielen teilnahmen, gewann Margaret Abbott, ebenfalls US-Amerikanerin, Gold für ihr Land.

Vier Jahre später, 1904, wurden an 18 ausgewählten Löchern in St. Louis, Missouri, kleine Fähnchen angebracht. Dieses Mal allerdings waren nur Männer im Wettkampfplan der Olympischen Spiele vorgesehen. Der Kanadier George Lyon gewann vor Chandler Egan und Burt McKinne Einzelgold, allerdings gingen alle drei Medaillen im Mannschaftswettbewerb an die USA.

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Gründe und Diskussionen rund um die Einführung

Am 27. Mai 1899 wurde bei der Sitzung des Organisationskomitees für die Olympischen Spiele 1900 in Paris Golf von der zuständigen Gruppe in die Liste der Sportarten in das Programm aufgenommen. Man war sich dabei ohne große Diskussion schnell einig.

Bereits 1914 wurde allerdings auf dem sechsten IOC-Kongress in Paris, auf dem die Fragen des olympischen Programms und des Regelwerks aufkamen, Golf auf die Liste der optionalen Sportarten gesetzt. 1921 beim siebten IOC-Kongress in Lausanne wurde der Sport von dieser Liste gestrichen und damit von den olympischen Spielen ausgeschlossen.

Aktueller olympischer Status

Im Jahr 2016 wurden Golfwettkämpfe nach einer Pause von 112 Jahren erstmals wieder im Rahmen von Olympia ausgetragen. Auch bei künftigen Olympischen Spielen soll Golf als offizielle Disziplin vertreten sein.

Ringen

Die olympische Geschichte der Disziplin

Das Ringen ist eine der ältesten olympischen Sportarten überhaupt. Schon in der Antike war Ringen eine offizielle Disziplin. Lediglich im Jahr 1900 wurde Ringen bei den Spielen nicht aufgenommen.

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Gründe und Diskussionen rund um die Einführung

Das Ringen ist eine der wenigen Olympischen Sportarten dieser Liste, um deren Einführung keine Diskussion entstand. Allerdings entstand diese in den vergangenen Jahren, nachdem der IOC 2013 beschloss, das Ringen 2020 aus dem Programm der Spiele zu nehmen.

Aktueller olympischer Status

Ringen sollte ab 2020 keine olympische Disziplin mehr sein. Das scheint an einer fehlenden Lobby des Ringer-Weltverband FILA (Fédération Internationale des Luttes Associées), gelegen zu haben. Den Präsidenten, den Schweizer Raphael Martinetti, so erklärte es der Spiegel, kennt kaum jemand.

"Anders als die Mächtigen im Hintergrund von Verbänden mit einer an Dopingvergehen nicht eben armen Vergangenheit wie Radsport oder Gewichtheben. Über ihren Ausschluss wurde wie immer nicht ernsthaft diskutiert. Trotz öffentlicher Kritik und Debatten hält das IOC-Exekutivkomitee an diesen Sportarten fest."

Allerdings waren die Proteste groß, weshalb das IOC seine Entscheidung zurücknahm. Außerdem hat sich inzwischen der Ringer-Weltverband grunderneuert und heißt nun UWW (United World Wrestling).

Fazit

In 126 Jahren kann sich eine Menge tun. Davon ist auch der Sport nicht ausgenommen. Gerade weil die Olympischen Spiele für sich in Anspruch nehmen, immer auch ein Abbild des aktuellen Sportgeschehens zu sein, ist die Notwendigkeit zum Wandel ständig gegeben.

Wer sich allerdings so gar nicht mit der einen oder anderen Sportart abfinden mag, darf sich trösten: Die Geschichte ist bekanntlich voller Disziplinen, die zum Teil nach nur wenigen Jahren wieder eingestellt wurden. Andere wiederum kamen und kommen jedoch vielleicht irgendwann wieder.

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Author: Moshe Kshlerin

Last Updated: 10/13/2022

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